Was ist das Geheimnis fantastischer Landschaftsbilder? Eine tausende Euro teure Profikamera ist dazu gar nicht nötig. Fotograf Florian Westermann verrät sieben Tricks, mit denen jeder bessere Fotos mit nach Hause bringt – garantiert!

Goldene Stunde

Die Goldene Stunde

Fehlt Ihren Fotos das gewisse Etwas? Dann fotografieren Sie wohl zu selten zur Goldenen Stunde. Nur wenn die Sonne kurz über dem Horizont steht, taucht das Sonnenlicht die Landschaft in magisches Licht. Die Kontraste sind weich, die Schatten lang und die Farben wie aus dem Bilderbuch. Der Begriff Goldene Stunde ist aber irreführend – wenn Sie wirklich beeindruckende Bilder mit nach Hause bringen wollen, haben Sie keine fünf Minuten Zeit, bevor das beste Licht schon wieder verschwunden ist. Frühes Aufstehen und spätes zu Bett gehen sind der Preis für atemberaubende Landschaftsbilder.

Die Blaue Stunde

Neben der Goldenen Stunde ist auch die Blaue Stunde sehr ergiebig für Landschaftsfotografen. Die Sonne steht hinter dem Horizont und die ganze Landschaft liegt in einem leichten Blauton. Zu dieser Zeit entstehen atemberaubende Bilder, die oftmals sehr kühl wirken. Durch die lange Belichtungszeit ist natürlich ein Stativ absolute Pflicht – noch mehr als zu anderen Tageszeiten. Besonders im hohen Norden haben Sie zur Blauen Stunde sehr viel Zeit zum Fofografieren, bevor es zu dunkel wird. In südlicheren Gefilden verschwindet die Sonne indes sehr schnell und auch die Zeit, zur Blauen Stunde zu fotografieren, ist sehr knapp bemessen.

Blaue Stunde
Wolken

Dramatische Wolken

Als Sonnenanbeter ist Ihnen jedes Wölkchen am Himmel ein Dorn im Auge. Als Fotograf gibt es für Sie nichts schöneres! Erst dramatische Wolken am Himmel, im Idealfall zur Goldenen Stunde, verleihen Ihren Fotos etwas einmaliges. Die besten Bedingungen finden Sie oftmals nach einem Gewitter, wenn die Luft klar ist und der Himmel noch von dramatischen Wolken dominiert wird.

Der Goldene Schnitt

Sie haben Ihr Hauptmotiv gefunden. Kommen Sie bloß nicht auf die Idee, das Motiv in der Mitte des Bildes zu platzieren. Solche Fotos langweilen schnell. Platzieren Sie Ihr Motiv stattdessen im Goldenen Schnitt. Grob gesagt teilen Sie Ihr Bild im Geiste mit zwei senkrechten und mit zwei waagerechten Linien in neun Teile. Ihr Motiv sollte sich an einem der vier Schnittpunkte befinden. Achten Sie außerdem darauf, den Horizont nicht in der Mitte des Bildes zu platzieren. Ein Drittel Himmel und zwei Drittel Vordergrund sind für viele Landschaftsfotos ideal.

Goldener Schnitt
Vordergrund

Der richtige Vordergrund

Das A und O für den Landschaftsfotografen ist ein Ultraweitwinkelobjektiv. Wichtig ist aber, dass Sie sich einen Vordergrund aussuchen, der ins Auge springt. Das kann etwa eine blühende Blumenwiese sein oder ein markanter Stein oder Fels. Nehmen Sie sich diese Regel wirklich zu Herzen und suchen Sie gewissenhaft nach einem Vordergrund, der den Betrachter fasziniert.

Die Linienführung

Ziehen Sie den Betrachter in Ihr Foto. Wie Ihnen das gelingt? Das ist ganz einfach. Nutzen Sie Linien, um den Fokus auf Ihr Hauptmotiv zu lenken. Das kann etwa ein Steg in einem See sein, der ins Bild hinein führt. Das kann aber auch eine Felsformation sein, die mit ihren markanten Linien auf den Eyecatcher in Ihrem Foto führt. Vermeiden Sie indes querlaufende Linien, die den Blick des Betrachters stoppen.

Linienführung
Zeit - Fototipps

Nehmen Sie sich Zeit

Gute Landschaftsbilder erfordern viel Zeit und eine gute Vorbereitung. Kurz aus dem Auto aussteigen, auf den Auslöser drücken und weiterfahren wird nicht funktionieren. Seien Sie mindestens eine Stunde vor Beginn der Dämmerung an Ihrem Spot. Bauen Sie Ihre Ausrüstung in aller Ruhe auf und durchkämmen Sie die nähere Umgebung. Machen Sie vorab schon Testaufnahmen, um zu sehen, welche Perspektiven Ihnen am besten gefallen.

Mit diesen Regeln gelingen Ihnen garantiert eindrucksvolle Landschaftsbilder, die Freunde und Bekannte begeistern werden.